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Ratgeber

Was ist ein gebrauchter Server noch wert?

Der Wert eines gebrauchten Servers steckt weniger im Gehäuse als in dem, was darin verbaut ist. Wer weiß, worauf Käufer achten, verkauft besser. Hier sind die wichtigsten Faktoren aus unserer Praxis.
Lucas Faust
Gründer und Geschäftsführer der rbit GmbH

Alter und Generation

Server werden in Unternehmen meist nach fünf bis sechs Jahren ausgetauscht. Nach Schätzungen sind in Deutschland rund 2,4 Millionen Server im Einsatz. Bei einem Austausch nach sechs Jahren kommen so jedes Jahr etwa 400.000 Geräte aus dem Betrieb. Laut einer Studie des NABU aus dem Jahr 2012 geht nur ein kleiner Teil der Elektroaltgeräte in die Wiederverwendung, etwa 2 Prozent.
Für den Wiederverkauf heißt das: Komplette Server lassen sich bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren in der Regel gut verkaufen. Die Nachfrage liegt im Mittelfeld, unter der von jungen Laptops. Danach sinkt der Preis für das ganze Gerät deutlich, weil neue Generationen mehr Leistung pro Watt bringen.
Ältere Server sind deshalb nicht wertlos. Oft verschiebt sich der Wert nur: weg vom kompletten Gerät, hin zu einzelnen Komponenten.

Komponenten: CPUs und RAM sind einzeln oft mehr wert

Bei Servern lohnt sich der Blick ins Gehäuse. Prozessoren und Arbeitsspeicher bringen einzeln häufig mehr als der komplette Server, vor allem bei gut ausgestatteten Maschinen. Auch Laufwerke und schnelle Netzwerkkarten haben einen eigenen Markt.

Prozessoren

Modell, Generation und Stückzahl entscheiden. Gefragte Xeon- und EPYC-Modelle lassen sich auch einzeln verkaufen, wenn das Gesamtsystem schon älter ist.

Arbeitsspeicher

Große Module mit 32 GB und mehr sind gefragt. Wichtig sind Typ, Takt und ob die Module zueinander passen.

Laufwerke

SSDs und NVMe-Laufwerke behalten ihren Wert, wenn sie gelöscht statt zerstört werden. Bei Festplatten zählt vor allem die Kapazität.

Netzwerkkarten

Karten mit 25, 40 oder 100 GbE finden auch einzeln Käufer, ebenso passende Transceiver.
Ob sich das Zerlegen lohnt, hängt vom Aufwand ab. Ausbau, Test, Fotos und Versand kosten Zeit. Bei großen Beständen rechnet sich das eher als bei einzelnen Geräten.

Was den Preis sonst noch bestimmt

Zubehör

Netzteile, Rails, Laufwerksrahmen und Blenden gehören zum Server. Fehlt etwas, muss der Käufer nachkaufen und zieht das vom Preis ab.

Zustand

Bei Servern zählt die Funktion. Kratzer vom Einbau im Rack spielen kaum eine Rolle, defekte Lüfter, Netzteile oder Speicherfehler dagegen schon.

Zeitpunkt

Jede neue Hardware-Generation drückt die Preise der alten. Wer ausgemusterte Server monatelang lagert, verliert in dieser Zeit Wert.

Reihenfolge

Beginnen Sie mit den hochwertigsten Geräten, die sich gut verkaufen lassen. Einfache Standardware kommt später, wenn Zeit dafür ist.

Nachweise

Ein Testprotokoll und ein Löschnachweis je Datenträger schaffen Vertrauen. Für geprüfte Ware zahlen Käufer in der Regel mehr als für ungetestete.

Spezialtechnik

Hochwertige Netzwerktechnik oder HPC-Komponenten gehören nicht auf Kleinanzeigen. Spezialisierte Käufer kennen ihren Wert und zahlen entsprechend.

So kommen Sie schnell zu einer Einschätzung

Eine Inventarliste mit Modell, CPUs, RAM, Laufwerken und Netzwerkkarten reicht für eine erste Bewertung. Bei server-verkaufen.com bekommen Sie daraus einen Festpreis, Komponente für Komponente bewertet.

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